Pudasjärvi, Finland
Abends, nach einer holprigen Fahrt auf Eis und Schnee an unserem Bauernhof angekommen wurden wir von unserem Host Miia freundlich in Empfang genommen und uns wurde alles genauestens gezeigt und erklärt. Unser Haus war gemütlich und stilvoll eingerichtet und wir fühlten uns auf anhieb wohl.
Am nächsten Morgen konnten die Kinder er kaum erwarten zu den Hunden und Rentieren zu gehen. Die Tochter brachte uns ins Rentiergehege und wir konnten die Rentiere füttern und streicheln.
Anschließend sind wir mit einem der Hunde „Pikka“ durch die Winterlandschaft spazieren gegangen.
Nach einer kurzen Stärkung bei Pizza und Kebab fuhren wir zu einem nahegelegenen Rodelhügel.
Dieser führte (leider) direkt in einen halb zugefrorenen See und es dauerte nicht lange bis eins der Kinder nass wurde und wir wieder heim mussten. Zuvor hatten wir jedoch viel Spaß mit unseren Schlitten. Den Tag ließen wir in unserer Hauseigenen Sauna ausklingen.
Der nächste Morgen erwartete uns wieder mit bedecktem Himmel, so dass wir entschieden, erst gegen Mittag ins Skigebiet und somit größeren Möglichkeiten zum Rodeln zu fahren. Die Kinder nutzten die Zeit zum Gassi gehen. Diesmal bekamen sie sogar noch einen zweiten Hund mit. Die anfängliche Freude endete leider mit einem großen Schrecken, da einer der Hunde sich aus der Leine losgerissen hatte und in den Wald lief. Unser Host beruhigte uns und meinte, wir brauchen uns keine Sorgen machen der Hund käme wieder zurück.
Also, machten wir uns auf zum Rodeln in Iso-Syöte. Der Rodelhügel war leider sehr flach, aber wir ließen uns den Spaß nicht nehmen. In Finnland typisch bringt man sein Essen, vornehmlich Bratwürste mit, welche dann in sogenannten Kotas (kleine Hütten) mit Feuerstelle gegrillt werden. Zum Nachtisch dürfen gegrillte Marshmallows natürlich nicht fehlen. Gleichzeitig kann man sich währenddessen auch etwas aufwärmen.
Auf der anschließenden Rückfahrt zum Bauernhof klarte der Himmel immer mehr auf und die Chancen stiegen endlich die berühmten Nordlichter zu sehen. Wir checkten alle paar Minuten in unserer App den ungefähren Standort sowie Wahrscheinlichkeit einer Sichtung.
Gegen 20 Uhr wurden wir schon immer aufgeregter, da sie immer näher kamen gleichzeitig aber auch eine Wolkendecke sich in unsere Richtung bewegte.
Wir gingen raus und blickten gen Himmel und sahen außer tausenden von Sternen nichts weiter. Als wir jedoch unsere Handykamera nach oben ausrichteten konnten wir unseren Augen kaum trauen, denn da waren sie, die Nordlichter, auf dem Display zu sehen. Mit bloßem Auge kaum zu erkennen und eher für eine Wolke gehalten. Nach und nach wurden sie teils deutlicher und man konnte sie auch tanzen sehen. Einfach nur magisch. Ein once in a lifetime Erlebnis. Komplett durchgefroren und müde fielen wir gegen Mitternacht ins Bett.
Der Wecker klingelte heute schon früh, denn ein weiteres Highlight erwartete uns. Der Tag begrüßte uns mit reichlich Schneefall so dass wir optimale Bedingungen für unsere Husky-Safari hatten. Kaum angekommen erblickten uns 64 Huskies und warteten sehnsüchtig darauf unsere Schlitten durch den Wald zu ziehen. Nach einer kurzen Einführung in die richtige Technik eines Mushers (Schlittenführer) ging das jaulen der Hunde auch schon los. Jeder hoffte auf einen Auslauf. Nach und nach bekamen wir unsere Huskies zugeteilt und konnten uns mit ihnen vertraut machen. Zugern hätten wir noch weiter mit ihnen gespielt und geknuddelt, aber wir hatten ja noch eine Aufgabe, 7km mit unseren Schlitten durch die verschneite Winterlandschaft zu fahren. Die Hunde wurden immer aufgeregter vor Freude, wir wohl eher vor „Angst“ was uns erwarten wird. Die ersten zweihundert Meter gingen ziemlich rasant und man konnte sich kaum auf den Schlitten halten. Als man den Dreh raus hatte, hatten wir nur noch strahlende Gesichter und die 7km vergingen wie im Flug. Zurück auf der Farm angekommen durften wir die zurückgebliebenen Huskies, während sich unsere Schlittenhunde stärkten, ausgiebig streicheln und fotografieren. Bevor wir abfuhren luden uns die Besitzer noch zu Heißgetränken und Keksen ein.
Auf dem Rückweg legten wir dann noch einen Zwischenstopp in „unserer“ Pizzeria ein. So gut die Pizza auch ist, so schlecht ist das Restaurant leider organisiert. Nicht nur, dass der Service zu lange dauert haben sie drei unterschiedliche Preise veröffentlicht. Nun ja, auch wenn wir die Preisgestaltung nicht genau nachvollziehen konnten, war es das Essen geschmacklich auf jeden Fall wert.